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BAUM
Ich liebe die Frauen. Die Frauen und die wilden Blumen.
Die wilden Blumen haben die Farben, die mir gefallen. Das Weiß, das Gelb
und das Veilchenblau. Es sind die Farben des Landes. Mit diesen Farben bemalten
die alten Griechen die Statuen, und die früheren Generationen ihre Fenster.
Jetzt gibt man den Fenstern keine Farbe mehr. Aber die Krokusse, die Anemonen,
die Lilien, die Iris und die Asphodelen haben diese Farben. Das Weiß, das
Gelb und das Veilchenblau.
Die Frauen wiederum tragen die schweren Leiden. Sie sind
es, die die Geschichte schreiben. Die auf ihren Schultern die bezeichnenden Momente
tragen.
Damals kamen die Jungfrauen aus dem hohen Norden und
wir plauderten miteinander. Dann die weiß gekleideten Priesterinnen mit
den Efeuranken im Haar und den kupfernen Schellen. Sie legten sich nieder, die
weiß gekleideten, und warteten darauf, das Geflüster meiner Blätter
zu hören.
Und sie fragten mich nach den kleinen und nach den großen
Dingen. Und ich erzählte es ihnen. Denn ich wusste es. Mir erzählten
es die Vögel aus Libyen, die Schlangen aus Acherusien, Helios - der große
Liebhaber -, die unsichtbaren Blumen und die fernen Planetoide und die Sternenwolken.
Evjenia Fakinou "Das siebte Gewand"
Übersetzung: Karin Wilfling, Romiosini, Köln 1998
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